Klassische Homöopathie

In der Praxis arbeite ich klassisch homöopathisch nach Hahnemann, beziehe bei Bedarf jedoch auch moderne Homöopathen (Vithoulkas, Scholten, usw.) in meine Mittelfindung mit ein.

 

Mein Zugang zur Homöopathie war sicher nicht der "normale" und etwas, sagen wir mal, schräg:
Wie viele junge Mütter ging ich zuerst mit meinem Kind zur Homöopathin. Die war bei uns gegenüber auf der anderen Straßenseite, und - da ich ja gehört hatte, dass Homöopathen "komische" Fragen stellen - wäre mir das für mich selbst erstmal noch viiiieeeel zu nah dran gewesen. Was wusste ich schon von Schweigepflicht?! Aber nun ja: Für meinen Sohn fand ich komische Fragen völlig in Ordnung, und so kam überhaupt meine erste Berührung mit klassischer Homöopathie zustande.


Da mir der Werdegang der Nachbarin sehr gefiel - sie hatte erst mit weit über 50 ihre Heilpraktikerausbildung gemacht - und auch die Erfolge, die sie in der Behandlung mit meinem Sohn hatte, ließ mich eines Tages der Gedanke nicht mehr los, ebenfalls eine solche Ausbildung zu machen und - schwupps - habe ich mich gegen die riesigen Widerstände zu Hause durchgesetzt und mich in einer HP-Schule angemeldet. Dabei hatte ich noch keine Erfahrungen für mich gesammelt, wie sich diese Therapie anfühlt. 

 

Eines der ersten Schnupperseminare in der Heilpraktikerschule war dann "Klassische Homöopathie", und ich ging aus dem Seminar mit dem sicheren Wissen, das für mich absolut passende Mittel gefunden zu haben, heraus.
Am nächsten Tag lutschte ich glücklich drei Globuli einer C 1000 und fand mich in der schönsten Arzneimittelprüfung wieder. So nennt man das, wenn ein gesunder Mensch ein homöopathisches Mittel nimmt und Symptome spürt, die er noch niemals hatte. Gegen exakt diese Symptome würde im Krankheitsfall das eingenommene Mittel helfen, und so sind über die Jahrzehnte, von verschiedenen Homöopathen gesammelt, die Repertorien entstanden, die uns heute helfen, Krankheiten mit Homöopathie zu behandeln. 

 

Ich will nicht näher beschreiben, was ich plötzlich für Symptome hatte, die ich in meinem Leben noch nie gehabt hatte! Es war einfach gruselig! Ich begann literweise Kaffee zu trinken, mit Eukalyptusöl zu inhalieren, usw., um das Mittel zu zerstören, denn DAS wollte ich alles so schnell wie möglich wieder loswerden - nur leider funktionierte auch das nicht! Obwohl Globuli doch so empfindlich auf diese Dinge reagieren sollen.
Nach zwei Wochen ging ich dann in meiner Verzweiflung zu eben dieser Nachbarin (mir war dann auch die nachbarschaftliche Nähe egal!!) und brachte nur kurz und knapp den Satz "BITTE - mach das alles wieder weg!!!" raus. Nach ausführlicher Anamnese mit natürlich vielen "komischen" Fragen gab es dann ein Mittel, und es verschwanden nicht nur die Arzneimittelprüfungssymptome, sondern auch mit den Monaten viele andere, die ich damals gerne loswerden wollte. Von Stund an war ich doppelt überzeugt, dass - wenn Homöopathie so merkwürdige Sachen machen kann - sie auch was ganz Tolles ist, um die Menschen in die Selbstheilung zu bringen.


Das Mittel, das ich damals für mich rausgesucht hatte, war übrigens nur knapp daneben gewesen und hat mir später nochmal richtig gut geholfen.