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Bodenständig, naturheilkundlich.

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Mein Reikiweg

Labyrith in Hannover

Mein Reikiweg: Der Anfang


Oft werde ich gefragt, was Reiki denn eigentlich ist. Wenn nicht viel Zeit ist, gibt es einen kurzen Satz: Reiki ist eine energetische Heilmethode, eine Form von Energieübetragung. Habe ich für meine Antwort jedoch mehr Zeit, sage ich “Reiki ist ein Weg”, etwas, dass das Leben verändern kann, wenn man es denn zulässt. Das bedeutet im Klartext: Menschen, die nichts verändern möchten, sollten einen großen Bogen um Reikibehandlungen und -seminare machen! Solche Aussagen führen natürlich unweigerlich in die Diskussion!


Manches Mal muss ich schmunzeln, wenn ich meinen Reikiweg betrachte. Alleine schon der Start war putzig - ich bin an Reiki gekommen wie die Jungfrau ans Kind! 
Frisch in Herford angekommen wurde ich gefragt, ob in meinen Praxisräumen nicht ein Reikiseminar stattfinden könnte. Es gab ein Grüppchen, das gerne Reiki lernen wollte und einen Lehrer, aber keine Räume. Ich hatte kein Problem damit und nahm dann, weil es ja schon mal so nah war, und ich immer neugierig auf neue Dinge bin, auch an diesem Seminar teil. Und das, obwohl ich überzeugt war, dass ich "sowas" nicht brauche, weil ich ja schon eine fundierte Ausbildung in Craniosakraltherapie hatte. Und dabei hatte ich schließlich auch meine Hände an und auf den Hilfesuchenden!

 

Zugegebenermaßen war mir sowas wie Geistiges Heilen (Reiki ist eine Methode aus dem Geistigen Heilen) damals auch noch etwas unheimlich, so dass ich mit ziemlich gemischten Gefühlen in das Seminar ging. Zwei Tage später hatte ich dann den 1. Grad im Rainbowreiki und sah die Welt mit anderen Augen! 

 

Ich verwöhnte mich mit Selbstbehandlungen, die mich wach und konzentriert machten und bot jedem, der nicht schnell genug weglaufen konnte, Kostproben meiner neu erlernten Fähigkeiten an. Spannend war das! Dabei erfuhr ich natürlich nicht immer nur Zustimmung, und ich denke, manch einem war ich damals ein bisschen lästig. 

Schnell lernte ich den vitalisierenden Effekt der Ganzbehandlungen schätzen. Besonders beeindruckt war ich dann aber von einer Ganzbehandlung als ich ganz müde und schlapp war, und mich mal schnell ein bisschen “dopen” wollte. Da durfte ich nämlich erfahren, was es bedeutet, wenn gelehrt wird, dass Reiki “lebendige Prozesse” fördert: Ich schlief spontan tief und fest 2 Stunden! Hier war Schlaf und Ausruhen angesagt - nicht Powern! Ich hatte wieder was gelernt...


Irgendwann war ich dann ganz spitz auf das Erlernen der Fernheilung und das Abkürzen der Ganzbehandlung auf 20 Minuten. Reiki 2 rief mich - das nächste Seminar war nun unvermeidlich!

 

Mein Reikiweg: Weiter geht's!

 

Es ist wohl unnötig zu sagen, dass für mich von Anfang an feststand, dass ich Reiki auch einmal lehren wollte. Ich, die ich vor dem ersten Seminar nicht wusste, was ich da eigentlich lernen werde, war völlig begeistert von dem, was ich gelernt hatte! Das wollte ich unbedingt weitergeben!
 

Nachdem ich einige Monate meine Erfahrungen mit Reiki 1 machen durfte, war es endlich so weit: Ich meldete mich zum langersehnten Reiki 2 Seminar an. Hier zeichnete sich schon ab, dass die einzelnen Stationen meines Reikiweges, was die Ausbildung anbelangte, wohl weiter auseinander liegen würden, als sich die meisten Menschen gönnen. Die gängige Praxis, bereits nach einigen Wochen Reiki 1 Erfahrung ein Reiki 2 Seminar zu besuchen und wiederum kurz danach den Meister- und/oder gar den Lehrergrad zu “erwerben” (im wahrsten Sinne des Wortes!), wollte ich so nicht verfolgen. Damals wusste ich noch nicht, was ich heute weiß, aber ich machte es instinktiv richtig, denn jeder Grad bringt gewisse Aufgaben ins Leben, und wer sich durch kurze Abstände zwischen den einzelnen Seminaren überfordert, der muss damit rechnen, dass ihn auch das Leben überfordert... 


Die Hauptaufgabe für den Reiki 1 Praktizierenden ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen (natürlich auch in Form der Selbstbehandlung!), sich damit auseinanderzusetzen, wie das Leben bisher verlaufen ist, was im Jetzt ist und wo man (noch) hin möchte. Und überhaupt das Jetzt: Bin ich so, wie alles ist, zufrieden oder habe ich einfach gelernt zu akzeptieren, was da ist? Welche Menschen umgeben mich? Welchen Job habe ich? Wie sieht meine Arbeit aus? Wo lebe ich? usw. 

Ich denke, es wird deutlich, was passieren kann, wenn man - ausgelöst durch das freie Fließen der Energien - plötzlich genau hinschaut und die Dinge hinterfragt, die bis dahin fix waren. Es wird so aussehen, dass manches gerne so bleiben darf, wie es ist - aber dann als freie Entscheidung und nicht, weil es immer schon so war - und anderes sich von nun an nicht aufhaltbar verändern muss, weil es anders nicht mehr zu ertragen wäre. Das alles in vier Wochen, wäre ein bisschen viel! Auch mit mehr Zeit dazwischen, ist es nichts für Feiglinge, aber in Form von Reikiselbstbehandlungen verfügt man über das richtige Schuhwerk den Berg zu meistern!


Mit Reiki 2 eröffnete sich dann eine neue Welt für mich! Über die Fernbehandlung war nun so vieles möglich und der Blick auf meine Umgebung wurde ein anderer, der Respekt vor dem Wunder des Lebens riesengroß. Das wirkte sich auch sehr positiv auf meine Spinnenphobie aus.
Eines Tages schaute ich beim Zubettgehen auf die Wand über dem Kopfende meines Bettes und entdeckte zu meinem Entsetzen ca. 50 cm von der Decke entfernt eine kapitale Spinne! Keine zehn Pferde hätten mich dazu gebracht, mich einfach schlafen zu legen! Ohne etwas zu sagen, verließ ich das Zimmer und kam mit Glas und Postkarte bewaffnet wieder und stellte mich ins Bett, um festzustellen, dass ein Altbau eben doch ziemlich hoch ist, und die Spinne unerreichbar! Da hörte ich mich sagen: “Wenn Du mir nicht ein Stück entgegenkommst, muss ich leider den Staubsauger holen. So kriege ich Dich nicht ins Glas!” Staunend konnte ich beobachten, wie sich die Spinne auf den Weg nach unten machte, und sich nun so positionierte, dass ich das erste Mal in meinem Leben eine Spinne mit Glas und Postkarte einfangen konnte, und das, ohne das Glas gleich wieder fallen zu lassen! Und noch einer staunte: Mein Mann Manfred lag die ganze Zeit in seinem Bett neben dem meinen und beobachtete dieses Schauspiel tief beeindruckt! Hinterher fragte er: “Habe ich Dich eigentlich eben mit der Spinne reden hören?! Und dann ist die auch noch nach unten gekrabbelt?!”

 Mein Reikiweg: Der Meistergrad

 

Auf die Reiki 2 Einweihung folgten aufregend schöne Zeiten. Ich führte Fernbehandlungen durch, reinigte Räume und Häuser, lud Wasser und Steine auf, usw. Es passierte ganz viel in meinem Leben, und die Wahrnehmung wurde immer feiner. War ich immer schon „feinfühlig“ gewesen, verstärkte sich das noch mehr. 

 

Natürlich lief nicht immer alles „glatt“! Z.B., dass die Energie der Aufmerksamkeit folgt, durfte ich sehr eindrücklich erfahren:

Im Rahmen der Reikiaustauschtreffen gab es einen sogenannten Reikiring. Ein Reikiring ist eine Gruppe von Menschen, die sich darauf geeinigt hat, dass jeder Teilnehmer an einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Uhrzeit Fernreiki an die ganze Gruppe sendet. Das ist eine supertolle Sache, weil man dann durch 1 x Fernbehandlung in der Woche, an jedem Tag eine ordentliche Portion bekommt. Eines Tages – ich befand mich grade im Urlaub – war ich mal wieder „dran“ mit Senden. Ich war mir nicht sicher, dass ich zur verabredeten Zeit überhaupt bereit war und nahm mir am Vormittag eine kleine Auszeit, um Fernreiki in die Zukunft zu senden. Da es in der geistigen Welt sowieso keine Zeit gibt, ist soetwas eine gängige Praxis. Ich setzte mich also hin, stimmte mich ein, spürte den Fluss der wunderbaren Energie und begann mit der Fernbehandlung. Während des Sendens dachte ich, wie schön es doch wäre, wenn ich von dem Energiefluss eine kleines bisschen für das JETZT abzweigen könnte und ließ weiterhin fließen… Eineinhalb Wochen später gab es dann das nächste Reikitreffen. Dort empörte sich dann ein Teilnehmer des Reikiringes, dass ihm jemand am Montagmorgen der vergangene Woche ungefragt Reiki geschickt hätte. Er - von Beruf Dachdecker - war auf einer hohen Leiter, als es ihm plötzlich den Boden wegzog. Er klammerte sich an die Leiter, bis der Energiefluss wieder aufhörte und stieg dann erst runter. Oh je! Da war ich mit meiner Absicht ganz und gar nicht in der Zukunft, sondern mitten im Hier und Jetzt gewesen und den armen Reikifreund, der ausgesprochen fühlig auf solch feinstoffliche Energien reagierte, hatte es in einer sehr unpassenden Situation erwischt: Es ist nicht so toll, wenn einen auf einer hohen Leiter plötzlich heftigste Entspannung übermannt....

Für uns alle war das ein Lehrstück: Selbst wenn man selbst nicht so viel spürt, sollte man sich penibel an verabredete Zeiten halten! Man weiß nie, wie empfänglich der Empfänger ist und auch nie, in welcher Situation er sich grad befindet. Ich entschuldigte mich vielfach, aber ganz tief drinnen war ich über zwei Dinge glücklich: Erstens natürlich, dass dem Empfänger nichts passiert war und zweitens, dass mein Fernreiki doch offensichtlich funktioniert hatte - denn die anderenEmpfänger aus dem Reikiring, hatten nichts Vor- oder Nachteiliges gespürt!

 

So lang wie es jetzt von Teil 2 zu Teil 3 des Reikiwegtextes und noch länger dauerte es, bis ich schließlich den 3. Grad machte.

 

Bis dahin hatte ich Rainbow-Reiki gelernt, eine Reikimethode, die von Walter Lübeck auf der Basis von Usui-Reiki entwickelt worden ist. Aber dieser Weg musste hier leider enden, weil der 3. Grad bei Rainbow-Reiki sehr teuer ist, und auch viele Wochenenden Ausbildung dazugehören. Und die Wochenenden waren leider das größte Hindernis, denn über meinen Nebenjob im Biosupermarkt waren gerade die Samstage schon ziemlich ausgebucht. Wenn es also weitergehen sollte, musste ich jemanden finden, der sich eine Ausbildung von mir unter diesen erschwerten Bedingungen vorstellen konnte. 

Durch "Zufall" begegnete mir dann Peter Riedel, ein freundlicher, älterer Herr, der schon beinahe 80 war, was man ihm nicht ansah. Er nannte ein altes Gemäuer, einen ehemaligen Bauernhof sein eigen und lebte dort mit seiner Frau. Einen Teil des Hauses hatte er in ein Zen-Zentrum umgebaut. Dort lehrte er Meditation und machte Reikiausbildungen. Darüber hinaus nahm er seine ganzen Einnahmen aus diesem Bereich und kaufte davon Tierfutter für die unzähligen Tiere, die bei ihm eine Heimat gefunden hatten, weil sie von ihren Besitzern sonst eingeschläfert worden wären. 

Peter wohnte nicht um die Ecke und ließ sich auf das Experiment mit mir ein – wer weiß schon warum… Aber da es ja keine Zufälle gibt…. 

Es folgten Monate mit unzähligen, langen E-Mails, Telefonaten und auch Besuchen und eines schönen Tages im Herbst machte ich mich mal wieder auf den Weg zu ihm. Weil die Autobahn wegen der beginnenden Ferien nicht passierbar war, fuhr ich durch den herbstlich verfärbten Wald bei strahlendem Sonnenschein über die Landstraße und kam deshalb erst eine Stunde nach der verabredeten Zeit an…. So hatte ich mir das grad nicht vorgestellt, aber es war überhaupt nicht peinlich, Peter gleichbleibend freundlich wie immer und so starteten wir etwas verspätet mit dem Gespräch, das – wie immer – eigentlich ein Unterricht war. 

Die Einweihung war dann wunderschön. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so tiefen Frieden gespürt zu haben……. Und hinterher haben wir uns den Kuchen schmecken lassen, den seine Frau für uns gebacken hatte. Das war am ........... 2010.

 

Bei der Verabschiedung besprachen wir die nächsten Schritte der kommenden Lehrerausbildung. Zu der kam es dann jedoch nur noch in den Anfängen. Eine ganze zeitlang gab es nur kurze Kontakte per Mail. Dann hörten auch diese Mails auf, und irgendwie war ich mit dem Rest meines Lebens erstmal so beschäftigt, dass mir das kaum aufgefallen ist. Bis ich dann die Todeanzeige fand...

 

Mein Reikiweg: Der Lehrergrad

 

Der Tod von Peter hatte natürlich die Träume vom baldigen Lehrergrad dahinschwinden lassen. Ich hatte ja nicht mal "einfach so" einen Lehrer gefunden. Peter passte einfach supergut zu meiner Denkweise. Damals war ich noch recht kirchlich orientiert, hatte über 13 Jahre beim Kindergottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe mitgewirkt. Verständlicherweise war mir sowas wie Reiki nur so halb geheuer und Peter war für mich sozusagen das Bindeglied zwischen Reiki und unserer westlichen Kultur. Er war als Laienbruder in der evangelischen Kirchengemeinde Bovenau tätig und genoss dort so ein Vertrauen, dass er dort ganz offiziell in der Gemeinde Reikiseminare durchgeführt hatte. Und nun stand ich wieder da und brauchte jemanden, der mir zeigte, wie man in Reiki einstimmt und, was man sonst so wissen muss, wenn man Seminare gibt. Zunächst war ich überhaupt nicht mehr gewillt, mich damit zu befassen. Und die Jahre gingen ins Land....

 

Aber wie das so ist: Es kommt der Tag, da steht man auf und weiß, dass nun der richtige Zeitpunkt ist, etwas zu unternehmen. 

Ich setzte mich an den Rechner, rief die Reikipraxen in der näheren Umgebung auf und schaute, wer davon überhaupt Meister- und Lehrerausbildungen anbot. Und irgendwie bin ich dann am Profil von Heide Fischer von Weikersthal hängengeblieben. Ich googelte ein bisschen und, nachdem ich mein Vorhaben ein wenig hatte sacken lassen, rief ich sie dann Tage später schließlich an. Ich erzählte ihr, wie es mir so ergangen war und, dass ich nun jemanden suche, der meinen Weg mit mir weitergeht. Wir vereinbarten ein Treffen, ich erhielt eine Probereikibehandlung, mit dem Ergebnis, dass ich endlich eine neue Reikilehrerin gefunden hatte. 

 

Es folgten viele Hospitationen bei den einzelnen Graden, erste Einstimmungen, die ich unter Aufsicht durchführen musste und schließlich fehlte mir nach Monaten nur noch die Hospitation bei einem einzigen Seminar. Ich freute mich schon riesig, aber am Vorabend dieses letzten Seminars klingelte das Telefon, und es kam der nächste Dämpfer: Heide hatte einen schweren Schlaganfall erlitten und lag auf Leben und Tod im Krankenhaus!

 

Und wieder verging die Zeit... Heide erholte sich erstaunlich gut, konnte aber nicht mehr in ihre Wohnung im 4. Stock ohne Fahrstuhl im Bielefelder Süden zurückkehren. 

Schließlich hatte sie sich soweit stabilisiert, dass sie eine kleine Wohnung im Betreuten Wohnen beziehen konnte. Es war ihr ein Anliegen, sich mit mir zu treffen und so besuchte ich sie in ihrem neuen Zuhause. Ich freute mich, sie doch recht gut vorzufinden. Zwar saß sie im Rollstuhl, aber war geistig vollkommen auf der Höhe. So saßen wir nach kurzer Zeit vor einem Berg an Reikiunterlagen und CDs mit Dateien. Sie gab mir, was ich nach dem letzten Seminar bekommen hätte, inklusive Urkunde zur Lehrberechtigung. Dass die 4. Wiederholung von Reiki 1 in meiner Ausbildung noch fehlte, fand sie nicht weiter schlimm. So hatte ich mir die Urkundenüberreichung zwar nicht vorgestellt, aber nun hielt ich sie endlich in der Hand - sieben Jahre nach meiner Meistereinweihung!

 

Kurze Zeit nach diesem Tag, am 14.05.2017, verstarb dann Heide an den Folgen eines zweiten Schlaganfalls.